Jagdschule Gut Grambow

Kein Schuss ins Blaue

Leinwand-Rehbock und Kipphase werden jetzt im neuen Indoor-Schießausbildungszentrum auf Gut Grambow ins Visier genommen

Der Kipphase aus Metall hat schon seine ersten Schrotladungen abbekommen, den laufenden Keiler hat es im Schießkino erwischt und der stehende Rehbock am Ende der Schießröhre ist durchlöchert. Ab jetzt werden auch auf Gut Grambow starre und bewegliche Ziele ins Visier genommen, denn die Jagdschule hat nun ein eigenes Indoor-Schießausbildungszentrum, das heute offiziell eröffnet wird.

Lennart Thieleke rückt seinen Ohrschutz zurecht und legt das Gewehr an. Gleich wird der Keiler kommen. Von rechts. 50 Meter liegen zwischen dem 15-Jährigen aus Peine und der beweglichen Tier-Silhouette, die ihm helfen soll, sein Ziel nicht nur zu erwischen, sondern auch seine Ausbildung zum Jungjäger erfolgreich abzuschließen. Wenn er zum Ende des dreiwöchigen Kurses seine Prüfung macht, dann müssen unter anderem drei von fünf Schüssen auf dieses Ziel sitzen. „Den Zeigefinger etwas gerader halten“, gibt Dr. Helmut Herbold Tipps. Herbold ist Schulungsleiter auf Gut Grambow und hat in den vergangenen Jahren viele der etwa 7000 Absolventen auf ihrem Weg zum Jagdschein begleitet. Um diesen zu bekommen, muss auch gelernt werden, wie auf was geschossen wird. Der Umgang mit der Waffe, dafür ging es bisher zu den Freiluft-Schießständen nach Püttelkow und Grevesmühlen. Das ist jetzt vorbei.

Wenn nicht gerade der Keiler vorbeizieht, flimmern im Schießkino Wildschwein, Fuchs oder Rothirsch über eine neun Meter große Leinwand. Treffer werden elektronisch angezeigt, bleihaltige oder -freie Munition wird von einem Wall aus Gummi-Granulat geschluckt. Beamer, Kameras oder Schießscheiben werden ein paar Meter weiter aus einem Regieraum heraus gesteuert. Dort ist auch das Revier von Jonas Schütt.

Der 31-jährige Holsteiner ist Berufsjäger, Ausbilder und Leiter des Schießzentrums und begleitet das Projekt seit einem Jahr. Er  hat auch die Alarmanlagen und die Waffenkammer im Blick. „Sicherheit ist das Wichtigste“, sagt Schütt. Und das gilt auch für den zweiten Schießraum mit seinen zwei 100-Meter-Bahnen, in denen die Kugeln der Lang- und Kurzwaffen im hinteren Teil durch Röhren sausen. Wie im Nachbarraum auch hängen hier Luftausströmsäcke, die unter anderem dafür sorgen, dass die Gase  abgesaugt werden.

Das Indoor-Schießausbildungszentrum auf Gut Grambow ist kein Schuss ins Blaue. Rund drei Millionen Euro hat der Betreiber in eine der modernsten Anlagen dieser Art deutschlandweit  investiert, um sein Ausbildungsangebot auf dem etwa acht Hektar großen Gelände zu bündeln, effektiver und wirtschaftlicher zu arbeiten. Die Seminarteilnehmer können jetzt auf dem Gelände lernen, essen, schlafen – und eben auch schießen.

Das Ladengeschäft von Gut Grambow mit Büchsenmacherwerkstatt wird ins angrenzende Schießanlagen-Gebäude umziehen, seine Fläche auf über 300 Quadratmeter vergrößern. Die Eröffnung ist für Ende September geplant. „Ein Vorteil des neuen Ladens wird sein, dass Käufer hier die Waffen sofort ausprobieren und einstellen können“, sagt Jonas Schütt.

Apropos ausprobieren: Die Schießanlage ist nicht nur für angehende Jäger bestimmt. Wer will, kann sich dort selbst ausprobieren und Kipphase, Keiler oder Rehbock ins Visier nehmen.

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