Jagdschule Gut Grambow

Weidmannsglück auch ohne Schuss

Jagdschule Gut Grambow kurbelt Tourismus an / Ausbildung hat hohen Stand erreicht

Grambow – Fast unbemerkt kurbelt die Jagdschule Gut Grambow den Tourismus in der Region an. Allein im Vorjahr buchten die angehenden Weidmänner aus dem In- und Ausland etwa 4000 Übernachtungen in Ferienappartements, Pensionen und Hotels der Umgebung.

„Hoffentlich bekommen wir alle unter.“ So der Stoßseufzer von Hans-Martin Lösch, als er in der aktuellen Teilnehmerliste für die diesjährigen Kurse zur Jägerprüfung blättert. ,,140 angehende Weidmänner haben sich bisher angemeldet, schon heute mehr als im gesamten Vorjahr“, sagt der Geschäftsführer der Jagdschule Gut Grambow – eine von landesweit acht staatlich zugelassenen privaten Ausbildungsstätten.
Die Jagdschüler kommen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Mecklenburg-Vorpommern. „Denn nur hier, in Hamburg und im Saarland wurde von dem Grundsatz abgewichen, dass die Jägerprüfung am Hauptwohnsitz abzulegen ist“, klärt Hans-Martin Lösch auf. Nicht einmal die Zustimmung der Jagdbehörde des Heimatortes sei für die Zulassung zur Prüfung nötig. „Diese liberale Regelung ist tourismusfördernd“, so der 35-Jährige. Denn ob sich seine Schüler für den vierwöchigen Kompaktkurs, den Wochenend- oder Blocklehrgang entscheiden – fast jeder braucht eine Unterkunft. Davon profitieren Privatvermieter, Pensionsbetreiber und Hoteliers im Umkreis.
Zudem kämen an den Wochenenden häufig die Familien der Schüler nachgereist, überzeugten sich ebenfalls von den landschaftlichen Reizen zwischen Dümmer See und Grambower Moor. Lösch: „Sehr viele unserer ,Ehemaligen‘ kommen seither als Urlauber wieder.“
Stolz ist die Jagdschule Gut Grambow auf die Prüfungsergebnisse der von ihnen ausgebildeten Weidmännern und -frauen. Die Erfolgsquote habe im Vorjahr mit 97 Prozent weit über dem Durchschnitt gelegen.
Das „Erfolgsrezept“ sieht Hans-Martin Lösch im Team um Schulungsleiter Dr. Helmut Herbold, dem es gelingt, neben der notwendigen Theorie insbesondere „die Liebe zur Jagd und das Einfühlungsvermögen zu vermitteln“. Ausschlag dabei geben die regelmäßigen Gänge in das schuleigene, etwa 2000 Hektar große Lehrrevier.

Der Abschuss ist nicht das Wichtigste auf der Pirsch

„Das Schönste ist doch das Beobachten von Wildgänsen, Kranichen, Rot-, Dam-, Schwarz- oder Rehwild“, sagt der passionierte Jäger. Zugleich räumt er mit einem Vorurteil auf: „Das Schießen ist für das Gros der Jäger nicht die Hauptsache.“ Oft sitze er abends im Hochsitz und genieße einfach die Stille. „Diesen Augenblick zerstöre ich mir nicht durch einen Schuss“, bekennt der Grambower.
Ohnehin bedeutet die Prüfung nicht automatisch einen Jagd- oder Waffenschein. Denn in der Regel folgt zunächst eine „Lehrzeit“ von drei Jahren, bevor der Jäger eine eigene Jagd bekomme. Das Reviersystem, also die Beantragung und Pacht von Jagdgebieten, lenke den natürlich nötigen Abschuss von zu großen Wildbeständen automatisch in kontrollierte Bahnen. Doch bevor die neu ausgebildeten Jäger ihren Beitrag zur Hege und Pflege leisten dürfen, müssen sie viele Tage die Schulbänke in Grambow drücken.
Der verantwortliche Umgang mit Büchsen und Flinten gehört übrigens zum Kern der Jägerausbildung und der Prüfung die von einer unabhängigen Kommission des Landkreises abgenommen wird. Dem voraus gehen zahlreiche Schieß- und Jagdübungen sowie viele Stunden, wo den Jagdschülern beigebracht wird, was sie über Tiere, Wald und Feld, über Jagdrecht und Hochsitzbau, über Naturschutz, Waffen und Wildverwertung wissen müssen.

Ausbildung schlägt Brücke zur Landwirtschaft

„Zugleich schlagen wir bewusst eine Brücke zur Landwirtschaft“, ergänzt Hans-Martin Lösch, der auch das Gut Grambow bewirtschaftet. Ziel sei, dass die künftigen Jäger die Natur als Lebensraum begreifen. Und später mit Landwirten und Naturschützer an einem Strang ziehen, um diesen intakt zu halten und vor Zerstörung zu be- wahren.

Christian Meyer

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